Jetzt im Feudenheimer Bürgerpark:
"Herbert-Gutfleisch-Weg" und "Björn-Kommer-Weg"
 
 
 
und Herbert Gutfleisch
 
(gra) Seit Jahren bestand der Wunsch in Feudenheim, einen Platz, eine Straße oder einen Weg nach zwei verdienten Mitbürgern zu benennen. In besonderer Weise setzte sich Bezirksbeirätin Elisabeth Weiss (CDU) für diesen Plan ein, der vom gesamten Bezirksbeirat Feudenheims unterstützt wurde. Am 17. Juni 2006 wurden zwei Wege im Feudenheimer Bürgerpark nach den verstorbenen Männern benannt, die außergewöhnliches für ihre Heimat leisteten: Herbert Gutfleisch und Björn Kommer. BBR Elisabeth Weiss hielt bei der Feier der Namensgebung im Bürgerpark folgende Ansprache: "Der Stadtteil Feudenheim möchte zwei verstorbenen, ehrenwerten Bürgern mit der Benennung ihrer Namen im Bürgerpark ein Zeichen der Dankbarkeit setzen. Es sind beides Persönlichkeiten, die sich durch ihr Engagement im Ehrenamt für Feudenheim verdient machten. Herr Herbert Gutfleisch, Sohn einer traditionsreichen Feudenheimer Handwerkerfamilie, bekannt als langjähriger Handwerkskammerpräsident, hat sich mit nie erlahmender Energie für das Handwerk und dessen wirtschaftliches Wohlbefinden in Stadt und land eingesetzt. Auch die Förderung des Nachwuchses des Handwerks war sein großes Anliegen. Und so entstanden das Ausbildungszentrum und das Internat für auswärtige Lehrlinge. Im Vereinsleben sah Herbert Gutfleisch eine wichtige Basis der Kommunikation, die er sehr pflegte in aktiver und passiver Mitgliedschaft. Schon in der Tradition war er mit dem Turn- und Sportverein Badenia e.V. Mannheim-Feudenheim sehr verbunden. Federführend als erster Vorsitzender seit 1973 gelang ihm die Verlegung des Vereins von der Bell zum Neckarplatt, wo heute das schöne Vereinshaus steht. Aus dem Blickwinkel des Vereinslebens sah Herbert Gutfleisch auch die Notwendigkeit zu einer Begegnungsstätte für Sport und Kultur aller Vereine und Schulen. Deshalb lag ihm auch der Bau der Kulturhalle Feudenheim sehr am Herzen. Er war stets ein Verfechter des Vorhabens und stellte sich deshalb auch in den ehrenamtlichen Dienst als 1. Vorsitzender des Verwaltungsrats, der u.a. auch eine Bedingung für den Bau war. Zwanzig Jahre nahm Gutfleisch sich in die Pflicht dieser Aufgabe. Herbert Gutfleisch war es auch, der den Brunnen und somit die Neugestaltung des Rathausplatzes nach längerem Schweigen wieder ins Gespräch brachte. Es wurde ein Brunnen-Komitee gegründet. Ohne öffentliche Gelder, nur mit Spenden von Vereinen und Privatpersonen und mit tatkräftiger Unterstützung des Bildungs- und Technologiezentrums der Handwerkskammer konnten die Umbaukosten am Platz so gering gehalten werden. Die Gestaltung des Brunnens überwachte Herbert Gutfleisch mit Präzision, denn dieser sollte exakt nach dem Vorbild des Brunnens im Garten des Bonhoefferhauses gefertigt werden. Herr Björn Kommer, langjähriger Justitiar der Handwerkskammer, verdient nicht minder hohe Würdigung seines ehrenamtlichen Engagements. Der Stadtteil Feudenheim war ihm zur Wahlheimat geworden. In Stadt und Land stellte er sich in den Dienst des Gemeinwohls. Und nicht zuletzt lag ihm Feudenheim sehr am Herzen. 20 Jahre bekleidete er das Amt als Bezirksbeirat und Sprecher, wo er es verstand, mit Fingerspitzengefühl die Kräfte aller Parteien für die Durchsetzung gesetzter Ziele zu bündeln. Diese Plattform ermöglichte es ihm, unter Einsatz vieler Beziehungen und Erfahrungen nicht wenig zu bewirken. Er gründete die Initiativgruppe "Feudenheimer Ortsbild" und organisierte zahlreiche Veranstaltungen zur Geschichte und Mundart unseres Ortes. Auch initiierte er Aktionen zum Erhalt schützenswerter Bauten und Flächen und zum Pflanzen von Bäumen. Als Hüter des Feudenheimer Ortsbildes wirkte er maßgeblich mit bei der Neugestaltung des Badischen Hofs, dem Neubau des Feudenheimer Polizeireviers und der Gestaltung des Giebels mit den Wappen, die die wechselvollen, geschichtlichen Besitzverhältnisse deutlich machen, der Restaurierung des Feudenheimer Rathauses und der Restaurierung des alten Ziehbrunnens von 1598. Auf Kommers Programm standen auch die zu schützenden Grünflächen Feudenheims. Mit großem Einsatz kämpfte er gegen den Bau einer Schnellstraße durch die Au, und es gelang sogar, die Au als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. Ebenso gelang es, nach fünfzehnjährigem Kampf das Egelwasser zum Naturschutzgebiet zu erklären. Die Benennung der Straßen mit den Namen verdienter Mitbürger Feudenheims im Neubaugebiet Carolus-Vocke-Ring ist ebenfalls Verdienst von Herrn Kommer. Unermüdlich war auch sein Einsatz für den Bau der Ostumgehung Feudenheims und für den Bau des Altenheimes. Die Wiederfindung der eigens für Feudenheim gegossenen Friedhofsglocke ist das Verdienst unserer beider Bürger Herbert Gutfleisch und Björn Kommer. Die Glocke weilte lange Zeit verschollen auf dem Rathausturm in Wallstadt, bis sie entdeckt wieder heimgeholt wurde und mit einem Läutwerk versehen heute die Feudenheimer Bürger auf ihrem letzten Weg begleitet. Noch vieles Ungeschriebene verbirgt sich hinter dem beispielhaften Bürgertum von Herrn Gutfleisch und Herrn Kommer. Beiden gilt gleichermaßen Hochachtung, Respekt und Dank."