Wiedervereinigte Brüder Johannes und Epiphanias
Feudenheimer Protestanten gehen ab 2007 zusammen
 
 
 
(gra) Am 1.Januar 2007 schließen sich die beiden evangelischen Feudenheimer Gemeinden Johannes und Epiphanias zusammen. Dann beginnt ihr neues Haushaltsjahr mit einem neuen Etat und damit neuer Verteilung der Geldmittel. Es steht erheblich weniger zur Verfügung als früher. Noch im Jahre 1954 zählte die Johannesgemeinde 10.000 Mitglieder und war damit zu groß. Darum wurde die Feudenheimer Westpfarrei gegründet. Sie erhielt mit 5.000 Gemeindeangehörigen in der Andreas-Hofer-Straße ihre eigene Kirche, die nach zweijähriger Bauzeit am 7.3.1955 eingeweiht wurde und den Namen Epiphanias-Kirche erhielt. Inzwischen schrumpften die beiden Feudenheimer Gemeinden auf 5.000 Mitglieder im Jahr 2006, wie uns Pfarrer Hans-Georg Oestreicher berichtet. Diese alarmierende Zahl allerdings entstand jedoch - so Oestreicher - hauptsächlich nicht durch Kirchenaustritte (es gibt inzwischen sogar beachtlich viele Wiedereintritte), sondern dadurch, dass sich die Bevölkerungsstruktur grundlegend änderte, viele junge Leute fortzogen und so wenig Kinder geboren und getauft wurden. (Jedes getaufte Kind wird automatisch Gemeindemitglied). Was wird nun anders in den beiden Feudenheimer evangelischen Gemeinden?: Im November 2007 wird ein gemeinsamer Ältestenkreis gewählt. Beide Kirchen bleiben erhalten. Jeden Sonntag wird in der zentralen und traditionellen Johanneskirche ein Gottesdienst gefeiert, in jeder Kirche wird einmal monatlich ein Abendmahlsgottesdienst gefeiert. Wenn in einer der beiden Kirchen ein besonderer Gottesdienst (Tauf-, Familiengottesdienst oder Konfirmation) ist, findet in der anderen ein "normaler" Gottesdienst statt. Auch in der Epiphaniaskirche werden weiterhin - zwar nicht jeden Sonntag - aber regelmäßig - Gottesdienste gefeiert. Es wird ein zentrales Pfarramtsbüro in der Hauptstr.37 geben, wo es seit 150 Jahren existiert. (Das Pfarrhaus wurde 1856 gebaut). Die Zukunft wird zeigen, ob es 1-2 mal pro Woche im jetzigen Büro der Epiphaniasgemeinde eine Anlaufstelle geben wird. Beide Gemeindehäuser bleiben erhalten. Von den Gebäuden in der Diakonissenstraße wird man sich schweren Herzens trennen. Die Kosten für den Renovierungsstau der Anwesen in der Diakonissenstraße und der Brunnenstraße stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen. Die Pfarrer Oestreicher und Schärr erklären, dass es ihre Hoffnung ist, mit dem neuen Konzept besser evangelische Kirche für die Menschen hier in Feudenheim zu sein. Vieles läuft sowieso schon gemeinsam für beide Gemeinden. Um ausführlich zu informieren, den weiteren Weg in den Blick zu nehmen und um Chancen und neue Ideen zusammenzutragen, laden die Pfarrer alle Haupt- und Ehrenamtlichen, aber auch alle sonstigen Gemeindemitglieder ein zum "Forum Gemeindezukunft" am Montag, dem 15. Mai 2006 von 19.30 bis 22.00 Uhr im Bonhoefferhaus.

Lydia Grabenkamp