Wallstadt: Träume von Wärme und gutem Essen wurden wahr!
Christ-Königs-Gemeinde speiste hundertzwanzig Obdachlose
 

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                             Über 120 Obdachlose speisen bei Christ-König  
 
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(gra) Viele Menschen träumen davon, einmal so richtig nett eingeladen zu werden! Insbesondere unsere Mitbürger am Rande des Existenzminimums hängen solchen Träumen nach. Sie freuen sich sehr, wenn sie einmal zu Gast sein dürfen und nette Ansprache finden, wo es warm ist und die Küche dampft. Seit mehreren Jahren spendet die Wallstadter Christ-Königs-Gemeinde Obdachlosen einen solch schönen Tag. So auch kürzlich, als der Winter überhaupt nicht weichen wollte. Man kann es kaum glauben, dass in unserer Wohlstandsgesellschaft in Mannheim Menschen auf der Straße leben und sich hier in der DJK-Halle hundertzwanzig wohnsitzlose Mitbürger einfanden, um Wärme, freundliche Gespräche, ein gutes Mittagessen und Kaffee und Kuchen zu genießen. Sie zu bewirten, waren 14 Christkönigs-Gemeindemitglieder von Caritas und DJK viele Stunden auf den Beinen. Die Vorsitzende der Wallstadter Caritaskonferenz, Ingeborg Münch, sorgte mit ihrem Team für eine perfekte Organisation, und auch Ute Fischer, Leiterin der Caritas-Tagesstätte "Oase" in H5,4, kümmerte sich um die Gäste, von denen die meisten zu ihren Schützlingen gehören. "Sie leben nicht alle auf der Straße", sagt Fischer "aber eine ganze Reihe schon. Und viele wollen es auch so". Manchen sieht man ihr schweres Schicksal an - anderen absolut nicht. Einige brachten sogar ihre kleinen Kinder mit, sehr zum Erstaunen der jungen DJK-Gruppenleiter, die nach dem Mittagessen bis zur Kaffeezeit Spiele anboten, sich aber auf die Betreuung von Kindern weniger vorbereitet hatten. Diakon Kohl und seine Helfer tischten reichlich eine mit besten Zutaten gekochte Mahlzeit (mit Nachschlag) auf: Zuerst eine nahrhafte Suppe, dann Bratwurst, Rotkraut und Kartoffelpüree, Cola, Sprudel, Apfelsaft reichten die jungen DJK-Frauen und zum Nachtisch gab es Fruchtjoghurt. Für die Kaffeetafel spendeten Gemeindemitglieder 45 selbstgebackene köstliche Sahnetorten und Kuchen. Die Kuchentheke betreuten Angelika und Karl Müller. "Wir sind ein bewährtes Team", lachten sie "und seit fünfzig Jahren verheiratet!" Da ging das Tortenschneiden wie geschmiert, und auch in der Küche waren die Senioren der Gemeinde gefordert, mit Riesenkellen aus hohen Töpfen immer wieder Ladungen von Rotkraut und Kartoffelbrei in große Töpfe zu füllen, die dann von der jungen Garde der DJK zur Ausgabe geschleppt wurden. Dort konnte sich, wer wollte, eine nächste Portion Essen holen, bis alles verputzt war. Auf den Heimweg erhielten die Gäste noch ein Päckchen mit Kleinigkeiten für den täglichen Bedarf. Bemerkenswert ist, dass die gesamte Veranstaltung in einer fröhlichen, lockeren und ruhigen Atmosphäre stattfand, an der die Gäste keinen geringen Anteil hatten.

Lydia Grabenkamp