"Wir werden immer größer"
140 Jahre evangelischer Kindergarten
 
 
"So einen Herd hatten wir auch zuhause"
Hanspeter Orth schwelgte in Kindheitserinnungen
 
Fotos Jakobi
 
Eine fröhliche Feier war der 140. Geburtstag des evangelischen Kindergartens, zu der man sich im Gemeindehaus der Petrusgemeinde traf. 140 Jahre evangelischer Kindergarten, 140 Jahre Arbeit mit Kindern - das ist ein Grund, erst einmal denen zu danken, die diese Arbeit hauptsächlich getragen haben. Den - ursprünglich - Diakonissen, den späteren Kindergärtnerinnen, Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen. Schon an den Personalbezeichnungen lässt sich eine Geschichte des Kindergartens ablesen. Stellvertretend für sie alle dankte Pfarrer Peter Geißert den heutigen, aktuellen Erzieherinnen. Kindergartenarbeit ist mehr als ein bloßer Routinejob, sie verlangt eine hohe Identifikation mit dem Beruf, ein hohes emotionales und soziales Engagement, ein Einsatz nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Institution Kindergarten und für den kirchlichen Kontext, in dem unser Kindergarten steht. Doch am Anfang der kleinen Feier standen die Kindergartenkinder auf der Bühne. Sie alle begrüßten mit dem fröhlichen Lied "Wir werden alle größer" nicht nur alle Eltern und Gemeindemitglieder, sondern auch die Vertreter des Wallstadter Bezirksbeirats, Heinz Welk (CDU) und Dr. Claudia Schöning-Kalender (SPD), als Vertreterin der Wallstadter Vereine IWV-Vorsitzende Ingrid Renner, sie begrüßten Hanspeter Orth, Rektor der Wallstadtschule und vom Bürgerdienst Patricia Munterde. Und noch ein Geburtstagsverein war vor Ort, um zu gratulieren: Thomas Müller vom Jubelverein Sängerkreis. Bevor sich Andrea Weckbarth mit der ersten Gruppe zur Aufstellung ins kleine Wallstadter Heimatmuseum aufmachte, begrüßte sie alle Gäste. Pfarrer Peter Geißert betonte: "dass ich es nicht für selbstverständlich halte, sondern aller Ehren und allen Dankes wert, dass unsere Erzieherinnen und an ihrer Spitze Frau Weckbarth dieses Jubiläum "140 Jahre" zum Anlass genommen haben, die Geschichte des Kindergartens mit einer Ausstellung zu beleuchten und mit einem Festgottesdienst das Jubiläum zu feiern und damit die Kindergartenarbeit aufs Podest zu stellen, sie als Teil der Arbeit unserer Gemeinde in den Blick zu nehmen und ihr gerade im Jubiläumsjahr der Petrusgemeinde ein großes Gewicht zu verleihen. Dazu bedurfte es vieler Vorbereitungen und eines hohen Engagements neben der alltäglichen Kindergartenarbeit, die ja weiter ging, ja weit über diese hinaus, und dafür möchte ich Ihnen, den Erzieherinnen, an dieser Stelle im Namen der Petrusgemeinde herzlich danken". Bedanken konnte man sich aber auch beim Arbeitskreis Heimatgeschichte, denn auch dieser hatte viel zum Jubiläum beigetragen und auch die Ausstellung mitgestaltet. Im Namen des Arbeitskreises Heimatgeschichte gratulierte Dr. Claudia Schöning-Kalender. Gemeinsam hatte man sich auf Spurensuche begeben und so manch interessantes Detail "ausgegraben", manche Geschichte gehört und interessante Bilder gefunden. Dies alles konnte man dann ansehen. Da gab es viel Spielzeug, vom alten Puppenwagen bis hin zu Bilderbüchern und vielen anderen Spielsachen. Und bei so manchem "Objekt" erinnerte man sich gerne an die eigene Kindheit im evangelischen Kindergarten.

Obi


Der evangelische Kindergarten Wallstadt in Zahlen:

08.04.1866:  Einweihung der sogenannten Kleinkinderschule in Anwesenheit von Frau Jolberg und der ersten Kinderschwester Marie Neumeister. Wahrscheinlich war der Raum in einem Privathaus angemietet.

Bis 1905 besuchten auch katholische Kinder die Kleinkinderschule.

Seit 1910 war man im alten reformierten evangelischen Schulhaus (Gelände des heutigen "Plus" Discounters) untergebracht.

Ab etwa 1914 - 1916 befand sich die Kleinkinderschule im "Reinemuthschen Hinterhaus" heute Anwesen Atzelbuckelstr. 4.

Im Jahr 1926 zog man in das neuerbaute Schwesternhaus mit Kindergarten in der Atzelbuckelstr. 13. In den oberen Räumen wohnte nicht nur die Kindergartenschwester, sondern auch die Gemeindeschwester, welche die Kranken pflegte.

Von 1866 bis 1933 sandte das Diakonissenhaus in Nonnenweier "Kinderlehrerinnen" für die Betreuung der Kinder nach Wallstadt.

1933 - 1960 übernahm das Mannheimer Diakonissenhaus diese Aufgabe

Ab 1960 wurde die Arbeit mit den Kindern aus Nachwuchsmangel bei den Diakonissen von Kindergärtnerinnen, später dann von Erzieherinnen geleistet

1973 erhielt der Kindergarten einen Anbau in Bungalow-Form mit Platz für 2 Gruppen.

Mitte der 80iger Jahre wurde ein Teil der ehemaligen Schwesternwohnung umgebaut zur vierten Kindergartengruppe

Mitte der 90iger Jahre wurde aus der ehemaligen Nähschule der Schlafraum für die Kinder