Michael Trede "Eine ungehaltene Predigt"
Weltberühmter Chirurg begegnet Lesern ganz privat
 
   
     Michael Trede liest bei "LINDE" aus seinem neuen Buch  
       Foto Grabenkamp  
 
(gra) Frühmorgens schwingt er sich aufs Fahrrad und holt Brötchen. Ein ganz normaler Mitbürger. So scheint es. Dennoch: er ist kein Alltagsmensch, der Feudenheimer Michael Trede. - Tausenden dankbaren Patienten schenkte die ärztliche Kunst des weltberühmten Chirurgen ein neues Leben. Er gibt mit den Episoden seines eben im Waldkirch-Verlag erschienenen und in einer Lesung bei "LINDE" großem Publikum vorgestellten Büchleins "Eine ungehaltene Predigt" Einblicke in seine private Sphäre. Diese Einblicke, bereichert mit 15 hochkünstlerischen Aquarellen Tredes, sind verquickt mit den Erlebnissen des vor den Nazis nach England geflüchteten Kindes, des späteren Präsidenten chirurgischer Weltkongresse, des Leiters der chirurgischen Fakultät des Uniklinikums und überstrahlt von den Freuden und Sorgen des Vaters einer großen, wunderbaren Familie. Tredes neueste Essays bieten nichts für den heute so beliebten Voyeurismus, (obgleich Trede in einem Kapitel bekennt, dass er bei seinen Lesungen "vor aller Welt sozusagen in den Unterhosen dasteht").Seine "ungehaltene Predigt" bietet manches zum Schmunzeln und vieles zum Nachdenken. Der Leser tritt in die Schuhe eines Mannes, der mit vielen und außergewöhnlichen Talenten begabt, bescheiden, humorvoll und mit großem Verantwortungsgefühl inmitten der Gemeinschaft der Menschen lebt und stets sein Tun - auch sein Schreiben - hinterfragt. So sagt er zu seinem Buch "Wollte ich mir, diesem Staubkorn unter Trillionen, am Ende durch diese Niederschriften ein winziges Stück Unsterblichkeit sichern?" - Diese Frage mag man so beantworten: "Lieber Professor Trede! Solange man ihre Bücher lesen kann, ist die Antwort: Ja!!
Lydia Grabenkamp
Michael Trede "Eine ungehaltene Predigt"
Waldkirch-Verlag ISBN 3-927455-29-6 und ISBN 978-3-927455-29-0 18.60