Bläser-Boom an der Brüder-Grimm-Grundschule in Feudenheim
Fachbereich Bildung: Werbeaktion der Musikschule begeistert Kids für Instrumente
 
   
Euphonium-Lehrer Mike Neuner erklärt Nils, wie man auf dem Instrument schöne Töne produziert  
 
(zg) 50 auf einen Streich: So viele Drittklässler von der Brüder-Grimm-Schule in Feudenheim lernen neuerdings ein Blasinstrument. Auslöser des Bläser-Booms war eine große Info-Veranstaltung der Musikschule im Fachbereich Bildung zum Ende des letzten Schuljahres. Koordinator Thomas Zelt: "Wir haben in allen damaligen zweiten Klassen kräftig die Werbetrommel gerührt, den Kindern unsere Instrumente gezeigt, sie beraten, und natürlich durfte man auch alles ausprobieren." Von der Querflöte übers Saxophon bis hin zu Horn, Trompete und Euphonium, einem großen, golden glänzenden Blechblasinstrument mit vollem, weichem Klang. Dr. Gerhard Mersmann, Leiter des Fachbereichs Bildung, freut sich über die vielen Anmeldungen, denn "die Beschäftigung mit einem Instrument macht nicht nur Spaß, sondern wirkt sich bei Kindern sehr positiv auf das Sozial- und Lernverhalten aus." In wenigen Monaten schon sollen alle Kinder gemeinsam unterrichtet werden und ein Grundschul-Blasorchester bilden - eine bislang einmalige Sache in Mannheim. Doch zuvor müssen die Nachwuchsbläser ihre ersten musikalischen Erfahrungen sammeln. Das geschieht in kleinen Gruppen von acht bis zehn Schülern, zusammengefasst nach den verschiedenen Instrumenten. Wenn die Glocke läutet, bleiben die Schüler einfach noch eine Stunde länger in der Schule, dann heißt es Luft holen und die Lippen in Stellung bringen. Zum Beispiel für das Euphonium, das sich mit 14 Anmeldungen als absoluter Renner erwies. Ehrgeiziges Ziel bereits in der zweiten Stunde: Alle sollen gleichzeitig den gleichen Ton treffen. Wer hätte gedacht, dass das so schwierig sein kann: Moritz ist definitiv zu hoch, Selina einiges zu tief und bei Alessio schwankt der Ton hin und her - Anlass für fröhliches Gekicher. Entmutigen lässt sich aber keiner, die Kids sind total fasziniert von den Metall-Riesen zwischen ihren Knien, die fast so groß sind wie sie selbst. "Der Klang gefällt mir super gut! Bei der Vorstellung der Instrumente wurde auf dem Euphonium das Pippi-Langstrumpf-Lied gespielt, da wollte ich das unbedingt auch lernen", erzählt die achtjährige Katharina. Auch Nils (9) findet den Euphonium-Sound total cool und hofft, dass er schon bald mit den Fingern die "Knöpfe" am Instrument betätigen darf, um mehr verschiedene Töne zu produzieren: "Momentan blasen wir ja nur rein." Nils' Wunsch dürfte sich bald erfüllen, denn Gruppenunterricht trägt erfahrungsgemäß zur Motivationssteigerung bei. "In Gemeinschaft lernen Kinder oft viel schneller als allein", so Thomas Zelt. Mit diesem neuen Projekt baut die Musikschule nicht nur ihre Kooperation mit allgemein bildenden Schulen aus, sondern betreibt auch Nachwuchsförderung für ihre drei Blasorchester.