Sonnenschein über Feidenes Narrenschar!
Der 55. Fasnachtszug lockte 10.000 Frohgestimmte nach Feudenheim
 

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Fotos: Lydia Grabenkamp und Hans-Jürgen Hiemenz  
 

(gra) Der Himmel rief "Feidene Ahoi"! Petrus putzte pünktlich um 14.11 Uhr den Nebel von der Sonne, und los ging der 55. Feudenheimer Fasnachtszug. 10.000 frohgestimmte Narren jubelten 56 Gruppen zu, die mit Musik, zu Fuß und mit Motivwagen durch den Ort am Rathaus vorbei zogen. Dort moderierte Klaus-Peter Becker humorvoll den Zug. Der nahm dann weiter seinen Weg durchs Dörfel , wo sich einige Anwohner mit Bewirtung und Musik am Spaß beteiligten. Das Team der Bürgergemeinschaft hatte getreu dem Wahlspruch "Immer vorne" hervorragende Vorarbeit geleistet, und die Steuben mit Wagen, Schlümpfen und Twirlings verkündeten mit Reinhard Fix "Einer für alle, alle für einen" das Motto, dem alle Teilnehmer folgten mit ihrer Demonstration gegen Trübsinn und Pessimismus. Der 1.Feudenheimer Spielmannszug unterstützte vom Lallehaag-Wagen als Scheichs gekleidet den Ruf "Mannem hot kä Kohle, wir gehn se in Ägypte hole". Die Teutonia prunkte mit dem Wagen "400 Jahre Mannheim - Teutonia seit 145 Jahren dabei". Wilhelm Heckmann schickte seinen Chor auf die närrische Reise. Auf ihrem geschichtsträchtigen Wagen fuhren Lokalheroen wie Berta Benz (Wilfried Gaa); und Friedrich Schiller (Thomas Heinel) zog mit seiner Räuberbande den Bollerwagen der Teutonia. "100 Jahre Kleingärtnerverein Feudenheim" wurden mit Fußgruppen und Frühlingsblumen ins rechte Licht gerückt wie auch das 50jährige Jubiläum des Blumenhauses Zitzer. In den Dschungel entführten die Aulaner mit Wagen, Fußgruppe und Musik. "Fit wie ein Turnschuh" marschierte die DJK Feudenheim einher. Mit Wagen, Fußgruppe und Eierlikörbewirtung suchten die Feudenheimer Goggelrobber den "Superhahn". Lustige Idee des Feudenheimer Kinderhauses: Die jungen Erfinder präsentierten die "Bonbonspendiermaschine". Angeführt von Dana Duch erfreute die stattliche Schar der Frohsinn-Chorwerkstatt-Jugend (die übrigens zugunsten der FREEZONE für Straßenkinder singen). Auch liebe Tiere mit ihren Betreuern waren unterwegs: Der Reiterverein Vogelstang mit Reitern und Pferden wurde gefolgt von "Der Hund - mein Freund" des Vereins Deutsche Schäferhunde vom Neckarplatt. Zu ihnen gesellte sich das Kinderhaus Wallstadt "bei uns sind die Tiere los", und viele Eltern hatten sich hier gemeinsam mit ihren Kindern "tierisch" kostümiert. Der Förderverein der Feudenheimer Stadtbücherei schlängelte sich als "Raupe Nimmersatt" im Zug mit. Die Fußgruppe des BdS plädierte für "Lasst die Poscht im Dorf", und die Vorstandschaft der Feudenheimer CDU mit Marianne Rohde hatte OB-Kandidaten Wellenreuther angeheuert zu einer Putzaktion mit geschwungenen Besen. Die Freiwillige Feuerwehr war gleich zweimal vertreten: Wallstadt "111 Johr närrisch am Rohr" und Feudenheim mit den "Chefs" Markus Appel und Nobi Dreher. Sie boten sich an als "Löschmeister der Herzen". Doch was da brannte war "Giulianos Dampftraktor". "Und ist der Sprit auch noch so teuer, wir fahren mit Dampf und Feuer". Die Wallstadter Gowe entsandten ihren Wagen und Fußtruppen, sehr schön anzusehen in feurigem Rot; sportlich sah man die Wallstadter KJG. Auch "Iwwer de Brigg" waren die Insulaner aus Ilvesheim wiederum gekommen mit Wagen und holder Prinzessin. "Der ASV Feudenheim bewegt Mannheim" - wohl wahr, wenn man seine tolle Fußgruppe sah. Der WSV bewegte sich auch ohne Wasser, und die Evangelische Gemeinde zeigte, wie man sich aufeinander zu bewegt mit Wagen und Fußgruppe. Die "Narrebloos" feierte ihr 55jähriges Jubiläum winkend aus sieben schicken Cabrios, zu Fuß gingen ihre Garderobenfrauen und einige Unentwegte der FeidemerFrauefasnacht mit Irmi Benz und Sabine Wieser, die beim Fasnachtsball im Steigenberger den 1. Preis gewann für ihr Kostüm als Mannemer Wasserturm. So gab's unheimlich viel zu sehen und zu hören und Gutsel, Schokolade und sonstige süße und salzige Wurfgeschosse flogen reichlich, nachdem die Dossema Schauenburg-Geischda den Zug eröffneten (Sponsor Bürgergemeinschaft), der in Idealkonkurrenz trat mit dem Friedrichsfelder Musikzug (Sponsor Narrebloos). Erstmals dabei mit furiosen Rhythmen der "Trommelpalast". Es kamen auch der "Oldtimer Omnibus" mit Gulaschkanone von Peter's Partyservice", die "Mad-Dogs" vom Eishockey, der "Tankwagen" aus Deidesheim, die "Schlappmäuler" und die "Ladeberger Ratze". Zum Schluss fuhr die Polizei, freundlich wie immer. Und wenn kein Aschermittwoch gekommen wär', dann würden die Narren vielleicht noch weiterfeiern. Doch Heringsessen und Beitelwäsch setzen allem ein Ende - bis zum nächsten 11.11.
Lydia Grabenkamp