Feudenheimer Kerwe lockt seit zehn Jahren Tausende
Feudenheimer Kerweverein organisierte tolles Fest für 25.000
 
 
  Die Kerweschlumbel wird am Rathaus aufgehängt: Kerwebürgermeister Hans-Georg Schubert (re.) und Kerweborscht Bernd Kreideweis
 
Alle Fotos: Grabenkamp
 
(gra) Auf ging's zur Feudenheimer Kerwe, als die offiziellen Veranstalter mit einem Sternmarsch, Fahnen und Musik durch die Hauptstraße zogen und vor dem Badischen Hof Halt machten. Mit Stolz (und einem Rückblick auf das vergangene Jahr) eröffnete Kerwebürgermeister Hans-Georg Schubert die zehnte Feudenheimer Kerwe, "das größte Straßenfest der Mannheimer Vororte", nachdem die Jüngsten des Aubuckelkindergartens Lieder auf Mannheim und Feudenheim sangen, letzteres selbstgedichtet! MdB Dr. Lothar Mark hängte dem Kerwebürgermeister die Amtskette um und reichte ihm den goldenen Rathausschlüssel, dazu überbrachte er Grüße des Oberbürgermeisters Dr. Kurz, der Stadträte und des Bundestages ("man sieht gerne, wenn seine Mitglieder in ihrem Wahlkreis präsent sind") und stellte fest, dass hier eine rein bürgerschaftliche Initiative mit dem Kerweverein und seiner Vorsitzenden Doris Kirsch eine große Aufgabe glänzend gelöst habe. In dieses Lob stimmte namens der Bürgergemeinschaft Dr. Achim Ding gerne ein. Kirsch begrüßte eine große Zahl von Gästen, Feudenheimer Bezirksbeiräte und Stadträte, mit besonderem Lob aber anläßlich des zehnjährigen Jubiläums die damaligen Geburtshelfer der Kerwe, Thomas Jentschek und Holger Polomski. Der traditionelle Faßbieranstich oblag MdB Mark, der mit voller Manneskraft erst einmal den Holzhammer zerkloppte, das Bier aber doch noch zum Fließen brachte. Mit Salutschüssen donnerten die Schützen 1744 am Kerwesamstag in einen herrlich strahlenden Oktoberhimmel und gaben damit den Start frei zu fröhlichem Bummeln, zu Weck-Worscht-unn-Woi und unglaublich vielen Leckerbissen, die an der Feudenheimer Hauptstraße freundlich angeboten wurden. Die rührigen Einzelhändler hatten am Samstag und Sonntag ihre Geschäfte geöffnet und boten so manches hochwertige Schnäppchen an. Für die Kinder gab es Karussell und ein gänzlich ungefährliches Bogenschießen beim Förderverein der Stadtbücherei. Die Polizei hatte im Hof des "Reviers" ein Zelt aufgebaut und erfreute mit Musik, guten Speisen und gutem Rat der "Verkehrswacht". Auch auf den drei Bühnen in der Hauptstraße gab es an beiden Tagen tolle Musik und Attraktionen. Ältere Mitbürger erfreuten sich sichtlich an der Kerwe und scheuten sich nicht, mit ihrem Rollator umherzuwandern. Den Kerwesamstag schloss das von Verleger Werner Rothenstein gesponserte Brillantfeuerwerk ab, das in nächtlicher Stunde von Hunderten "Ahhs und Ohhs" begleitet wurde. Der sonntägliche ökumenische Gottesdienst mit Pfarrer Winter und Pfarrerin Dorothee Löhr wies auf den kirchlichen Gehalt des Festes hin. Allerdings hieß es danach "Schirme aufspannen", denn Feudenheims Patron Petrus machte die Schleusen auf. Doch die Gäste ließen sich's nicht verdrießen, und Doris Kirsch zählte an die 25.000 Besucher. Alle Bummler auf der Festmeile benahmen sich sehr "oschtännisch", und Markus Appel von der Freiwilligen Feuerwehr und sein Team (acht Mann an zwei Tagen) mussten nur einem Besucher wieder auf die Beine helfen, der lieber über die Straßenabsperrung kletterte, als darum herumzugehen. Weniger gut führten sich spätabends ungefähr 300 jugendliche Russlanddeutsche, Türken und Deutsche, mehrfach aus anderen Stadtteilen stammend, zwischen der Kirche St.Peter und Paul, dem Café Mélange und Straßenbahnhaltestelle auf. Stark betrunken mit eigens mitgebrachtem Hochprozentigem zettelten sie Schlägereien an. Vorsorglich - so Postenführer Michael Heitlinger (Feudenheim)- hatte die auf 34 Mann verstärkte Polizei einen Lichtmast bestellt. Die starke Beleuchtung der Szene hatte einen beruhigenden Effekt. Einige volltrunkene Jugendliche brachten die Ordnungshüter heim zu ihren Eltern. Positiv ist zu berichten, dass die MVV anstelle der Straßenbahn Busse auf Nebenstraßen einsetzte und so ein ungestörtes Flanieren ermöglichte, das nur am Sonntag durch Regen und Kälte etwas beeinträchtigt war. Aber wenn es noch wie früher einen Kerwemontag gegeben hätte, dann wäre es an diesem nächsten Tag sicherlich noch weiter gefeiert worden, denn da schien die Sonne wieder! Und sie schien auf eine blitzsaubere Hauptstrasse, dank sofortiger Aufräumarbeit der Beteiligten. Darum: Sicherlich könnte man noch vielen Feudenheimern für ihren positiven Einsatz danken. Das tun wir auch, indem wir ihnen unseren Kerwe-Bilderbogen widmen!
Lydia Grabenkamp