'Von Steinen und Pflanzen'
Frühlingshafte Rathausmatinee mit Bildern von Barbara Portuné
 
   
Sie machten den Vormittag zu einem besonderen Erlebnis (vl.): Nasi Nemeth, Ralph Fändrich, Barbara Portuné, Wolfgang Portuné, Walter Stallwitz und Dr. O.W. Jakobs  
 
Fotos Jakobi
 
Kultur im Rathaus war endlich wieder angesagt: "Wir hatten schon Entzugserscheinungen" bekannten Patricia Munterde und Manuela Müller, die gemeinsam die Kulturfreunde im Wallstadter Rathaus zur sonntäglichen Rathausmatinee herzlich begrüßten. "Einen solch strahlenden Sonntagmorgen kann man eigentlich nicht schöner beginnen, als mit uns!" Manuela Müller oblag es, bei der ersten Matinee im Trausaal die mitwirkenden Künstler kurz vorzustellen. Zu sehen waren bezaubernde, farbenfrohe, von der Natur inspirierte Bilder der Malerin Barbara Portuné. Schon als Jugendliche hätte sie sich gerne intensiver der Kunst gewidmet. Doch bestanden die Eltern darauf, dass sie eher einen "Brot"-Beruf erlernen sollte, und so wurde sie also zur Bibliothekarin. Doch die Kunst sollte sie nicht loslassen, und als die Kinder groß genug waren, stellte sie sich ihrer Begabung und begann mit ihrem Studium. Nicht nur in der Europäischen Kunstakademie in Trier, auch bei dem bekannten Mannheimer Kunstpapst Walter Stallwitz studierte sie erfolgreich. Dr. Otto Wilhelm Jakobs brachte Barbara Portunés Werke gerne näher, denn "Von Steinen und Pflanzen" war für ihn eine untertreibende Bezeichnung "für das, was wir hier sehen". Ausdrucksstark sei die Farbgebung, der Betrachter werde richtig angezogen von der Tiefe der Bilder. Ob nun Landschaftsmotive oder Blütenimpressionen, die Acryl Malereien der Weinheimer Künstlerin bestechen durch ihre intensiven Farben, das tiefe Blau und das leuchtende Rot. Und während man noch ganz vertieft in die wunderbaren Naturimpressionen ist, schmeichelte sich mit sanfter Stimme Nasi Nemeth ins musikalische Herz der KiR-Besucher. Mitgebracht hat die junge 14-jährige Künstlerin ihren Lehrer von der Musikschule Badische Bergstraße Weinheim, Ralph Fändrich. Er begleitet einfühlsam auf der Gitarre und gemeinsam interpretieren sie so Lieder von Norah Jones bis hin zu Christina Aguilera. Doch Kultur im Rathaus wäre nicht so erfolgreich, wenn es nicht das Kontrastprogramm gäbe. Schon einmal war Barbara Portunés Mann, Wolfgang Portuné mit nachdenklich ironischen Geschichten zu Gast. Und auch für die Ausstellung seiner Frau hatte er etwas besonderes ausgesucht. "Briefe in die chinesische Vergangenheit" von Herbert Rosendorfer hatte er mitgebracht: Ein Mandarin namens Kao-tai aus dem 10. Jahrhundert versetzte sich mittels eines Zeitreisekompasses in die Gegenwart und überbrückte damit tausend Jahre. Eigentlich wollte er das China unserer Gegenwart kennen lernen, da er aber die Erddrehung nicht berücksichtigte, landete er in dem Land "Ba Yan" (Bayern) und hier in "Min-Chen". Und hier stürzte er von einem Abenteuer ins andere. Aus den 37 Briefen, die der Mandarin an seinen Freund in China schrieb, las Wolfgang Portuné vor, und gerne hätte man noch länger zugehört, doch auch die schönste Veranstaltung geht vorüber. Und so konnten sich Manuela Müller und Patricia Munterde auch am Ende dieser Rathausmatinee bei allen Kultur-im Rathaus-Besuchern und bei den mitwirkenden Künstlern herzlich bedanken.
Obi