Kommt Markthaus-Filiale nach Wallstadt?
 
   
                        In der Diskussion:
    Markthaus-Niederlassung auch in Wallstadt?
 
 
Bei der öffentlichen Bezirksbeiratssitzung im Prinz Max unter Vorsitz von Bürgermeister Lothar Quast war der erste Tagesordnungspunkt der Einkaufsmarkt im Ortskern neben der Friedhofs-Erweiterung, dem Jugendtreff Wallstadt und "Verschiedenes". Ein gut zu erreichender Einkaufsmarkt zur Nahversorgung mit Lebensmitteln ist von großem Interesse für die Wallstadter Bürgerinnen und Bürger. Nachdem nun der Plusmarkt in der Mosbacher Straße seine Pforten bereits Ende des Jahres 2006 geschlossen hatte, wurden die Gespräche vom Amt für Wirtschaftsförderung, Vertreten durch Klaus Kispert, und des Bezirksbeirates mit einem eventuellen Nachfolger noch wichtiger. Klar ist und war allen Beteiligten und den in dieser Sache stark engagieren Mitgliedern des Bezirksbeirates, dass eine große Discounter-Kette am Standort Wallstadt nicht interessiert ist. Dazu sind die Umsatzzahlen zu gering, die Parkplatzmöglichkeiten fehlen zudem. Und nun konnte man etwas aufatmen, denn die Chance dass das soziale Öko- und Secondhand-Kaufhaus "Markthaus" hier im April nach Wallstadt kommt, stehen nicht schlecht. Allerdings sind an eine Geschäftseröffnung in Wallstadt auch einige Voraussetzungen geknüpft. Thomas Weichert, Geschäftsführer vom Markthaus, stellte bei der Sitzung nun den Wallstädtern das Markthaus und die Geschäftsidee für Wallstadt vor. Klar ist, dass man hier im Stadtteil das Einkaufsverhalten ändern muss, um den Standort wettbewerbsfähig zu machen, wenn Marktkauf mit einem Lebensmittel-Discounter kommt, denn die von einer Marktforschungsstudie vorausgesagten Umsatzerwartungen von cirka 860 000 Euro im Jahr liegen schon an der unteren Grenze. Das Risiko will man natürlich niedrig halten, damit das "Stammhaus" in Neckarau hier nicht belastet wird. Der Lebensmittelmarkt ist für Markthaus zwar nicht absolutes Neuland, in Neckarau hat man eine Bio-Lebensmittel-Abteilung. Aber in dieser Größenordnung brauchen auch sie einen Vertragspartner und so steht man jetzt in Verhandlungen. Um das Risiko für Marktkauf übersichtlich zu halten, möchte man Genuss-Scheine anbieten. Damit sollen 200 bis 300 Bürger die Möglichkeit haben, sich mit einem Betrag bis zu 150 Euro an diesem Projekt zu beteiligen. "Zudem möchten wir mit den ansässigen Geschäftsleuten und dem Bund der Selbständigen sprechen" so Thomas Wichert, denn für Markthaus sei auch die Akzeptanz im Umfeld wichtig, werde doch das Personal aus überwiegend Schwerbehinderten Menschen bestehen. Das Konzept in sich ist schlüssig und kam beim Wallstadter Bezirksbeirat gut an. Nicht nur die Sprecher von CDU, Heinz Welk, FDP, Dr. Thomas Gutschlag, ML, Gerald Falter und SPD, Dr. Claudia Schöning-Kalender sehen hier die wohl letzte Chance zum Erhalt des Lebensmitteldiscounters im Herzen des Stadtteils. "Ich begrüße das Konzept von Herrn Weichert vom Markthaus Mannheim, hier zu versuchen, eine Versorgung der Wallstädterinnen und Wallstädter an diesem zentralen Standort anbieten zu wollen. Ich kann jetzt nur an alle appellieren, das Angebot vor Ort dann auch wahrzunehmen, um mit Ihrer Kaufkraft den Standort langfristig zu sichern", so Stadtrat Peter Pfanz-Sponagel. Auch Stadtrat Dr. Stefan Fulst-Blei begrüßt das Engagement vom Markthaus in Wallstadt: "Das Markthauskonzept ist ungewöhnlich, aber gerade hierin liegt seine Chance. Es ist bislang sehr schwierig, etwa große Discounterketten für eine Ansiedelung im Stadtteilzentrum zu gewinnen. Kleinere Märkte haben nur eine Chance, wenn sie breit in der Bevölkerung akzeptiert werden. Dies setzt gute Qualität und freundlichen Service voraus. Ist dies gewährleistet, kann das Konzept aufgehen." Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/ Die GRÜNEN im Gemeinderat, Stadtrat Wolfgang Raufelder erklärte: "Die GRÜNEN unterstützen den Betreiber Markthaus bei der Ansiedelung im Ortskern von Wallstadt. Die gewünschte Kundenbindung kann jedoch nur durch ein überzeugendes Angebot erreicht werden"
Obi