10. Anliegerfest in der Walter-Flex-Straße am Unteren Kirchfeld  
  Was lange währt, wird immer besser  
 
 
 
  Senioren im Gespräch
Bild: Fechner
 
 
         
 
 
“Was lange währt, wird immer besser“, so kann man über das 10. Anliegerfest in der Walter-Flex-Straße sagen. Die Zahl der Teilnehmer hat sich dieses Jahr wieder um einige zugezogene junge Familien erhöht und das fröhliche Treiben der nun hier lebenden Kinder war eine willkommene Bereicherung des Treffens. So viel junges Volk auf der Straße sah man hier schon lange nicht mehr.

Wie in den Vorjahren hatte Familie Fechner in Zusammenarbeit mit anderen jüngeren Nachbarn die Gestaltung der Einladungen, die Beschaffung der Speisen und Getränke, den Aufbau der Bänke und Tische sowie der Partyzelte organisiert und durchgeführt. Alles war wieder liebevoll dekoriert und sogar an bequeme Sessel für die älteren Gäste war gedacht. Auch für das Abholen der Älteren war gesorgt und wurde von denen, die noch flott zu Fuß sind, gerne übernommen.

Der Wettergott machte es so spannend wie jedes Jahr. Bis zu Beginn des Festes war es nicht sicher, ob es wieder regnen oder ob der heftige Wind die Zeltdächer wegtragen wird. Aber siehe da – wie immer war es dann doch trocken und auch warm genug, um mit dem Schlemmen und Trinken und Unterhalten zu beginnen. Die Anwohner ließen sich auch dieses Jahr nicht vom Feiern abhalten, auch wenn immer wieder schwarze Wolkenungetüme vom Westen herauf- und dann in Richtung Odenwald weiterzogen.

Phantasievolle Köstlichkeiten hatten die Hausbewohner der Walter-Flex-Straße und der angrenzenden Straßen zubereitet und mitgebracht. Ein paar Freiwillige legten unermüdlich Fleisch und Würstchen auf den Grill. Viele Sorten Brot, altbekannte und exotische Salate, frisch gezapftes Bier, Apfelsaft für die Kinder und Abstinenzler, Wein, Plätzchen und Kaffee gab es auch dieses Jahr reichlich. Den Kindern und anderen Naschkatzen mundete der Früchtenachtisch und auch die Käseplatte fand begeisterten Zuspruch. Für jeden war etwas dabei.

Die Alteingesessenen freuten sich sehr, endlich Gelegenheit für ein ausführliches Gespräch mit den neuen und überwiegend noch jungen Nachbarn zu haben.
Wann welches Haus gebaut und welcher Baum gepflanzt wurde - das wussten die seit Jahrzehnten hier lebenden Feudenheimer noch ziemlich genau und manche Anekdote wurde weitergegeben. Wie das war, als am Kriegsende amerikanische Streitkräfte und Flüchtlinge hier einquartiert wurden. Aus Blumenbeeten wurden damals Kartoffelfelder und in so manchem Garten gab es Hühner- und Kaninchenställe. Der Wunsch nach Blumen und Schönheit im Garten musste der Nahrungsbeschaffung weichen.Inzwischen haben sich Rasen, Rhododendron-Büsche, Buchs, Wachholder und Geranien die Gärten zurückerobert, sehr zur Freude der Bewohner. Viele Häuser wurden modernisiert, den Anforderungen an die heutige Zeit behutsam angepasst. Vor allem Wärmeschutzmaßnahmen und die Installation von Solaranlagen waren im letzten Jahr angesagt.

So erfuhren die Nachbarn in froher Runde bei lebhaften Gesprächen mehr über einander als während des ganzen Jahres, denn meistens sieht man sich ja nur durch die Wohnungs- und Autofenster oder im Schnellschritt auf dem Weg zum Einkauf.

Es wäre schön, wenn die spielenden Kinder diese Eindrücke mit in ihr künftiges Leben nehmen würden, damit dieses schöne und gemeinschaftsstiftende Anliegerfest vielleicht auch noch von den kommenden Generationen veranstaltet wird.

E. Zorn