'Teutonia-Sänger' intonierten beliebte Melodien
Seit 1862 ist der Chor bekannt für musikalische Hochleistung
 
   
Der Teutonia-Chor, Leitung Chordirektor Thomas Wind  
 
Foto Grabenkamp
 
(gra) Im 146. Jahr seines Bestehens lud der GV Teutonia zum Chorkonzert in die Feudenheimer Kulturhalle ein. Bei vielen Wertungssingen hat der über 65 Sänger starke Chor Preise gewonnen, und auch an diesem Abend war seine Leistung preiswürdig, wie von zahlreichen Gästen und Ehrengästen zu hören war. Die Leitung des Konzertes lag in den bewährten Händen von Musikdirektor FDB Thomas Wind. Man gratulierte ihm an diesem Abend zu einem schönen Jubiläum: Wind leitet (und trainiert erfolgreich) den Teutonia-Chor seit 20 Jahren. Er steht damit in der Familientradition, übernahm er doch den Dirigentenstab von seinem Vater, Gerhard Wind, der jetzt im hohen Alter immer noch Chöre leitet, mit vielen öffentlichen Ehrungen bedacht wurde (z.B. Schillerplakette Mannheims, Bundesverdienstkreuz am Bande), und sich als Schöpfer von Chorarrangements hervor tat. Drei davon konnte man an diesem Abend hören: Die Ballade von Perkeo, das "Halleluja" und "You'll never walk alone", sie alle von Gerhard Wind für Chorgesang bearbeitet und am Klavier begleitet von Mathias Hartmann. Man hört aus diesen Arrangements die feinfühlige Arbeitsweise Gerhard Winds heraus, der sich sowohl dem musikalischen als auch dem textlichen Inhalt der Werke ebenso verpflichtet fühlt, wie dem Anliegen, Chöre mit all ihrem Können einzusetzen. Schöne Soli schuf er damit für die Teutonia-Sänger, Herbert Knebel (Tenor) und Willi Reffert (Bass), dessen Glanzstück "Ol' man river" war. Das Konzert begann mit dem mehrteiligen Chorwerk "Don Quichote" (Soli Herbert Knebel, Tenor, und Willi Reffert, Bass; Moderation Hans Wendel). "Don Quichote", nach der 1615 von Cervantes gedichteten Persiflage auf schwülstige Ritter-Romane, ist für Nachdenkliche eigentlich kein heiteres Sujet. Dem begegneten aber die Teutonen fröhlich-verschmitzt, ebenso dem "Perkeo". Dieser Zwerg könnte fast einer unserer Lokalhelden sein - und ist eine nette Entschuldigung für trinkfreudige Pfälzer. - Intensives und erfolgreiches Studium der vielstrophigen Chorarrangements bewiesen die Teutonen beim Vortrag dieser Werke, auch bei den Liedern "Dona Maria", "Kum ba yah my Lord" und dem "Fliegermarsch" (Moderation Dieter Kern). Gern hätte das Publikum auch ein deutsches Volkslied vernommen, bekam aber immerhin "Fast-Volkslieder" zu hören: das Udo-Jürgens-Medley mit den bekannten Ohrwürmern, die man gar nicht aufzählen kann - Jürgens soll inzwischen 700 Lieder komponiert haben. Das Medley wurde vom Teutonia-Chor schmissig im Rolf-Discher-Chorsatz vorgetragen und von seiner Band begleitet: Steffen Bauer (E-Bass), Sven Hack (Alt Saxophon), Alban Weidmann (Schlagzeug) und Dirk Wriedt (Trompete). Teutonia-Vorsitzender Dieter Kern moderierte den größten Teil der Vorträge. Christopher Kern bemühte sich um ein Debut mit Videopräsentationen, die er in wochenlanger Fleißarbeit zusammenstellte. Nach dem Konzert wurde unter großem Tumult die Halle umgeräumt, die Sitzreihen machten für Tische und Stühle Platz, wo die Freunde vom DJB Steuben die Bewirtung übernahmen.
Lydia Grabenkamp